Entweder wir waren fix und fertig oder wir gewöhnen uns an die bandscheibenmordenden weichen Betten, in denen man sich in der Mitte trifft. Nachdem wir leicht verschlafen haben, geht es weiter in Richtung Alpen. Auf den Straßen ist wieder fast gar kein Verkehr, die Strecke ist auch nicht weit und so kommen wir gegen 13 Uhr in „Bright Park“ an. Der Caravan Park, bei dem wir Vergünstigungen bekommen, hat nur noch eine „deluxe Cedar Villa“ frei - aber man gönnt sich ja sonst nichts.
Nachdem wir uns kurz orientiert haben begeben wir uns auf den „Cherry Walk“, der zwar nichts mit Kirschen oder Kirschbäumen zu tun hat, aber auf einem malerischen schmalen Pfad durch den Wald führt, am Ufer des „Oven Rivers“ entlang. Die Distanz-Angaben auf den Tourenführern stimmen irgendwie nicht so ganz, aber die Zeit, die dafür angegeben wird. Auf dem Weg entdecken wir die ersten frei lebenden größeren „Lizards“ (Leguane?). Auf der ganzen Strecke duftet es würzig nach verschiedenen Gewürzen, wir haben offenbar eine gute Zeit erwischt, überall blühen die Bäume und Blumen. Zweimal überqueren wir den Fluss, jeweils auf abenteuerlich schwankenden Brücken, die aus drei nebeneinander liegenden Holzdielen bestehen mit Drahtseilen als Geländer. Da ist Gleichschritt angesagt, wenn man nicht das Gleichgewicht verlieren und herunterspringen mag.
Nachdem wir urlaubsmäßig lange ausgeschlafen haben machen wir in der Mittagshitze die Gegend um „Bright“ unsicher. Wir beginnen mit dem „Valley View Walk“, dem man eigentlich schon anhören muss, dass es erst mal bergauf gehen muss. Es ist gar nicht so einfach, den Einstieg zu finden, aber nach einer kurzen Strecke (sonnig, steil bergauf die Straße entlang) haben wir das Holzschild doch noch entdeckt. Ein wirklich schmaler Pfad führt durch den dichten Eukalyptuswald, anfangs ziemlich eben, doch dann geht es stetig bergauf. Wenn man denkt, jetzt müsste es doch mal flacher werden, nimmt die Steigung noch mal zu. Wir haben ganz schön zu schnaufen und zu schwitzen bis wir endlich den breiten Forstweg erreichen, der dann zu einem Blick über das Tal einlädt. Da der Wald hier aber noch sehr hoch und dicht ist laufen wir gleich weiter bis zu einem brutal steil abfallenden Stück. Dem Beispiel eines anderen Ehepaares folgend setzen wir den Weg von rechts nach links quer laufend fort.
Als nächstes gehen wir zu den „Bakers Gully Reservoirs“, zwei Wasser-Reservoirs, die Anfang des Jahrhunderts angelegt wurden, aber inzwischen nicht mehr genutz werden. Sie liegen inmitten eines Eukalyptuswaldes, umrahmt von hohem Schilf. Umgestürzte Bäume, die ins Wasser ragen, zeugen von einem Sturm, der noch nicht allzu lange zurückliegen kann.
Nach diesen beiden Touren müssen wir uns erst einmal ablegen, und später wagen wir uns dann an den „Canyon Walk“. Der Weg führt direkt am „Ovens River“ entlang, am Rand kommen wir an einem Pegel-Messstand vorbei, der bis 5,90 m misst. Der oberste Messpfahl befindet sich oberhalb des Weges. Der Fluss hat niedriges Wasser und so hat man wunderschöne Aussichten auf die verschiedenen Felsblöcke, an denen sich der Fluss entlang schlängelt. Auch hier wird der Fluss von einer wackelnden Brücke überquert, und am anderen Ufer geht es zurück zum Campingplatz. Um diese Uhrzeit ist in dem Park direkt am Fluss einiges los, man merkt, dass die Schule zu Ende ist, viele Jugendliche baden im „Ovens River“.
Am Abend werden mal wieder die Geschmacksnerven trainiert, aber als wir nach dem Essen noch einen Wein trinken, werden wir von den Stechmücken nach drinnen verscheucht.
Wir beginnen den Tag mit einer kurzen Weinprobe bei „Boyntons Winery“ (und dem Auffüllen unserer Reserve) und starten dann von“Porepunkah“ aus zum „Mount Buffalo National Park“. Eine schmale kurvenreiche Straße führt knapp 40 km durch dichten Eukalyptuswald auf eine Höhe von 1.700 m. Am Ende der geteerten Straße parken wir und laufen die restlichen 3 m auf der Schotterstraße hoch zum „The Horn Picnic Area“. Von dort aus geht es auf einem schmalen Pfad bis ganz nach oben auf den Gipfel, teilweise sind in den glatten runden Felsen Stufen reingehauen. Von oben hat man einen fantastischen Blick rundherum über das Gebirge, alle Hänge bewaldet und bis hinunter in das Tal. Der Abstieg ist wieder etwas einfacher (zumindest nicht so anstrengend) und so setzen wir die Fahrt in entgegengesetzter Richtung fort.
Bei „Cresta Valley“ halten wir kurz an und betrachten die äußerst kurzen Skilifte (drei an der Zahl). So richtig Lust auf Skifahren kommt da irgendwie nicht auf. nach einer Hochebene mit einem bestimmt eiskalten See parken wir bei dem Weg, der zu den „Old Galleries“ führt. Auch hier führt ein schmaler Weg stetig bergauf durch den dichten Wald. Doch dann liegen plötzlich riesige haushohe Felsblöcke mitten im Wald und der Weg zieht sich mittendurch.
Es hat sich doch gelohnt, genauso wie der kurze steile Weg zu den „Eurobin Falls“. Dass Wasser dort an glatt geschliffenen Felsen meterweit herunter. Der Weg führt erst durch den Wald und plötzlich offenbart sich dieser wunderschöne Ausblick. Danach sind wir erst mal wieder geschafft und brauchen einen kurzen Mittagsschlaf - schließlich sind wir ja im Urlaub!
Jetzt müssen wir die Luxus-Cabin wieder verlassen und machen uns auf den Weg nach Canberra. Erst auf der normalen Landstraße entlang, dann auf dem Freeway. Man bemerkt, dass man in die Nähe einer größeren Stadt kommt, wenn der Verkehr dichter wird. Die Zufahrtsstraßen sind noch nicht komplett ausgebaut, an einer langen riesigen Baustelle entlang geht es endlich zum Caravan Park. Dort ist die Cabin nicht mehr so komfortabel, die Betten weich (und klein), das Geschirr nicht gespült, halt stadt-mäßig.
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